Piranesi

architektur

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Die der Moderne verpflichtete Architektur des Stadthauses setzt einen bemerkenswerten Kontrapunkt zu dem spätgotischen Steingebirge des Ulmer Münsters. Das Gegenüber der beiden Meisterwerke zeigt eindringlich das Spannungsfeld zwischen Innovation und Tradition in der Architektur. Richard Meiers Stadthaus ist ein Ort, der in ganz besonderem Maße dazu einlädt, über Architektur zu reflektieren.

zusammen wohnen

Die überregional beachteten Ausstellungen der Profillinie architektur befassen sich nicht nur mit dem konkreten Bauen von Häusern, sondern loten den Begriff „Architektur“ in seiner ganzen Bandbreite aus. Die Themen reichen von architekturhistorischen Fragen über die Gestaltung von Garten und Landschaft bis hin zur Zukunft der Stadt und zu den Tendenzen der Architekturavantgarde.

1999 wurden im Stadthaus die Entwürfe frühbarocker Lustgärten des Architekten und Architekturtheoretikers Joseph Furttenbach (1591 – 1667) erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Kinderwagen

Darauf aufbauend stand im folgenden Jahr in der Ausstellung Die Inszenierung der Freizeit die Architektur der Freizeitparks – die Lustgärten der Gegenwart – im Mittelpunkt. Leitbild dieser Themenparks ist vielfach ein idealisiertes Bild der historischen europäischen Stadt, das aber längst Vergangenheit ist, wie 2001 die Ausstellung Dream City zur Zukunft der Stadträume deutlich machte.

2002 widmete das Stadthaus Giovanni Battista Piranesi und dessen spätbarocken irrationalen Architekturvisionen eine Ausstellung. Im Jahr darauf, zum zehnjährigen Geburtstag, avancierte das Haus selbst zum Hauptexponat in der Ausstellung Die Farbe Weiß über Farbkonzepte in der Architektur. Während im Sommer 2006 im Stadthaus historische Badearchitektur vom Badekarren bis zum mondänen Badetempel zu sehen waren, beschäftigte sich ein Ausstellungsprojekt 2007 unter dem Titel ... zusammen wohnen? mit dem Arbeiterwohnungsbau im 20. Jahrhundert. Ende 2008 zeigte das Stadthaus eine große Retrospektive des Gesamtwerkes von Richard Meier.


architecture

The architecture of the Stadthaus, which is rooted in modernism, is a remarkable counterpoint to the late gothic rock mass that is the Ulm Minster. The meeting of these two masterpieces intensely illustrates the tensions between innovation and tradition in architecture. The Stadthaus, designed by Richard Meier, is a very appropriate location, to deliberate on architecture.

The exhibitions that take place in the architecture programme receive transregional attention and are not limited to the actual construction of buildings, but test the boundaries the term "architecture". Topics include questions of architectural history and landscape gardening as well as the future of the metropolis and the trends of the architectural avant-garde. In 1999, the Stadthaus presented concepts for early baroque pleasure gardens by architect and architectural theorist Joseph Furttenbach (1591 – 1667), making them available for the general public for the first time.

Building on that, the exhibition Die Inszenierung der Freiheit ("the re-enactment of freedom") held in the next year focused on on the architecture of amusement parks, the contemporary form of pleasure gardens. These amusement parks often seem to be modelled on an idealized vision of the historic European city, a concept that has been rendered invalid, as was shown very clearly in the 2001 exhibition Dream City, a show about the the future of urban spaces.

In 2002, the Stadthaus dedicated an exhibition to Giovanni Battista Piranesi and his late gothic and irrational architectural visions. One year later, on the occasion of its 10th anniversary, the Stadthaus itself became the main exhibit in Die Farbe Weiß ("the colour white"), an exhibition about colour concepts in architecture. The summer of 2006 was the time for historic bathing architecture, from historic bathing machines to glamorous spas. The housing schemes for workers in the 20th century was the topic of a 2007 exhibition entitled … zusammen wohnen? ("... living together?"). And in late 2008 the Stadthaus presented an extensive Richard Meier retrospective, drawing from his complete works.



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