zeitgeschichte
Ulmer / Neu-Ulmer Arbeitskreis 27. Januar im Haus der Begegung, Grüner Hof 7, Ulm
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ALS STREAM - Zur Erinnerung an die als „asozial“ Verfolgten und Ermordeten im Nationalsozialismus – Auswege aus sozialer Ausgrenzung heute
Gestreamt aus dem Haus der Begegnung, Streamlink unten!

Schloss Buttenhausen im Jahr 1936, Schwarz-Weiß-Bild des Stadtarchivs Münsingen
Schloss Buttenhausen im Jahr 1936
Stadtarchiv Münsingen
Menschen, die sich nicht in die propagierte „Volksgemeinschaft“ einfügten, wurden im Nationalsozialismus als „asozial“ verfolgt: Für viele Menschen, die als Bettler, Wohnungslose, Suchtkranke, „Arbeitsscheue“ oder „Zigeuner“ aus der gesellschaftlichen Norm fielen, bedeutete dies ein Leidens- und Sterbensweg in Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager.
Die kommunalen Wohlfahrtsbehörden spielten in diesem Prozess eine wichtige Rolle. So forderte beispielsweise der Ulmer Bürgermeister Kurt Hengerer im Mai 1935 „die wirksamsten Mittel, die zur Bekämpfung dieser Menschen zur Verfügung stehen.“
Effektenkarte von Albert Bernlöhr aus dem Konzentrationslager Buchenwald
Effektenkarte von Albert Bernlöhr aus dem Konzentrationslager Buchenwald
Foto: Arolsen Archives

Hengerer sagte dies mit Blick auf den Hilfsarbeiter Wilhelm Hummel, den er als „asozialen Menschen“ diffamierte. Hummel wurde von der Stadt Ulm Mitte der 1930er Jahre zunächst in das Beschäftigungs- und Bewahrungsheim Buttenhausen eingewiesen und 1940 von der Gestapo ins KZ Dachau deportiert, wo er am 27. März 1942 starb.

Überlebende konnten nach 1945 nicht mit Rehabilitation oder gar Entschädigung rechnen, da die Verfolgung nicht angepasst lebender Menschen nicht als NS-spezifisches Unrecht betrachtet wurde. Erst 2019 erkannte der Bundestag ihr Leiden offiziell an.

Der Historiker Oliver Gaida (HU Berlin) wird zunächst die Geschichte der Verfolgung so genannter "Asozialer" im Nationalsozialismus nachzeichnen. Anschließend werden Oliver Gaida, Bürgermeisterin Iris Mann (Kultur, Bildung und Soziales) und die Leiterin des DRK-Obdachlosenheims in Ulm, Karin Ambacher, über die heutige Situation und Perspektiven gegen soziale Ausgrenzung diskutieren.
Moderation:
Petra Bergmann, Sozialpädagogin

Begrüßung: Oberbürgermeister Gunter Czisch

Die Gedenkveranstaltung findet im Jahr 2021 im Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, 89073 Ulm statt. Die Veranstaltung wird kostenlos gestreamt.

Eine Übersicht über die Veranstaltungs-Planungen für den 27. Januar 2021 gibt der Flyer.

 

ABGESAGT: Wohnungslose im Nationalsozialismus

Die Wanderausstellung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V., wird Corona bedingt 2021 leider nicht in Ulm und Neu-Ulm gezeigt!

 

Zum Gedenktag:
Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum bundesweiten Gedenktag. An diesem Tag soll "der Opfer des NS-Rassenwahns und Völkermords und der Millionen Menschen gedacht werden, die durch das nationalsozialistische Regime entrechtet, verfolgt, gequält oder ermordet wurden. Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen." (aus der Proklamation)

Ulmer/Neu-Ulmer Arbeitskreis 27. Januar
Deutsch-Israelische Gesellschaft Ulm / Neu-Ulm
Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg (DZOK)
Evangelische Gesamtkirchengemeinde Ulm
Haus der Begegnung, Ulm
Katholischen Gesamtkirchengemeinde Ulm
Stadt Neu-Ulm: Abteilung Kultur-Schule-Sport und Stadtarchiv
Stadt Ulm: Zentralstelle Öffentlichkeitsarbeit, Stadthaus und Haus der Stadtgeschichte-Stadtarchiv
vh ulm
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – BdA Ulm