Im Jahr 2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto ein Whitepaper mit dem Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ als Reaktion auf die Finanzkrise. Dieser Text war die Geburtsstunde der Blockchain. Basierend auf der Vision von Nakamoto haben Menschen auf der ganzen Welt eine neue Infrastruktur geschaffen, die für die Übertragung von Vermögen oder Informationen genutzt werden kann, deren genaue Zusammenhänge aber nur Eingeweihte verstehen.
Um visuell Licht in das kryptische Dunkel zu bringen, machte sich Danny Franzreb, Fotograf und Professor für Design an der HNU (Hochschule Neu-Ulm), während der Boomphase von Kryptowährungen 2021/2022 auf eine Reise zu industriellen Mining-Farmen, Investoren und Glücksrittern bis hin zum kleinen Keller-Schürfer, die früh die Chancen der digitalen Währungen nutzen wollten.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm: Eröffnung der Ausstellung "Proof of Work" von Danny Franzreb. Danny Franzreb und Verleger Markus Hartmann im Gespräch
Wo endet die Maskerade, wo beginnt das Selbst? Kostüm und Maskerade zeigt zwei fotografische Positionen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem menschlichen Bestreben beschäftigen, den Grenzen der eigenen Haut zu entkommen.
Jason Gardner bereist als "visueller Anthropologe" die ganze Welt, um Karnevalsrituale zu fotografieren. Dass Kleidung schon immer auch als Distinktionsmerkmal, Zeichen und Kommunikationsmittel diente, wird in den von alten Meistern inspirierten Bildern der niederländischen Künstlerin Suzanne Jongmans deutlich. Ihre Arbeitsweise wirft ein Schlaglicht auf den extremen Zeitaufwand, welcher über Jahrhunderte sowohl mit der Produktion von Bildern als auch Kleidung verbunden war und in einem krassen Gegensatz zur Wegwerfmentalität modernen Massenkonsums steht.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm:
"Eröffnung der Ausstellung 'Kostüm & Maskerade. Fotografien von Suzanne Jongmans und Jason Gardner'". Kuratorin Daniela Yvonne Baumann im Gespräch mit Suzanne Jongmans und Jason Gardner
sowie
Buchvorstellung Jason Gardner, "We the Spirits", mit Daniela Yvonne Baumann
Über die Mongolei wissen wir hier viel zu wenig, zumindest die meisten von uns. Die junge, rohstoffreiche Demokratie liegt eingeklemmt zwischen Russland und China. Sie ist etwa viereinhalb Mal so groß wie Deutschland, doch mit gerade mal drei Millionen Menschen der am dünnsten besiedelte Staat der Welt. Während fast die Hälfte der Bevölkerung in der Hauptstadt Ulaanbaatar lebt, ziehen viele noch als Nomaden mit ihren Tieren durch die endlose Steppe.
Die Ausstellung zeigt die national bedeutenden Pferderennen oder den nach den brutalen sowjetischen Säuberungen wiedererstarkten Buddhismus, doch genauso den Kohleabbau, die fortschreitende Desertifikation des Weidelandes oder der urbanen Jugend. Künstlerinnen: Agnuush, Nathalie Daoust, Munkhgerel Purevkhuu - und Künstler: Bat-Orgil Battulga, Injinaash Bor, Davaanyam Delgerjargal, Esunge Erdenebat, Munkh-Od Ganzorig, Taij Taichar, Erkhbayar Tsengel.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm: "Mongolei. Zeitgenössische Fotografien", Kuratorin Dr. Katharina Menzel-Ahr spricht mit Bat-Orgil Battulga
Birte Horn richtet ihren Fokus auf Dekonstruktion und Konstruktion. Sie extrahiert, fragmentiert, setzt zusammen – in Gedanken, mit den Augen, den Händen, der Sprache. Für das Bildmaterial recherchiert sie fotografisch meist an Orten, die verschwinden - etwa in zum Abriss freigegebenen Dörfern im Garzweiler Braunkohlerevier oder einem verlassenen Hospital in Venedig. Ihr Interesse gilt den Farben, Formen und Strukturen der Räume und Gegenstände, die von Menschen zurückgelassen wurden. Diese Fotos stellen für sie freilich nur einen ersten Entwurf für ihre Arbeiten dar. Dann beginnt das Umwandeln, bis die malerische Vernetzung der Ebenen sich auf der Leinwand ihren Raum greift und an sich tragend wird.
Ein Clown in einem bewaffneten Konflikt oder ein vollverschleiertes Mädchen, das Keulen jongliert: Wenn die Krise zum Normalzustand wird, entwickeln Momente der Leichtigkeit eine ganz besondere Magie, wie Johanna-Maria Fritz' Langzeitprojekt eindrücklich beweist.
Fernab von romantischen Klischees und Aufnahmen, welche die oftmals prekären Lebensumstände der Zirkusleute ausstellen, erschließt sie sich mit ihrer Kamera einen gesellschaftlichen Mikrokosmos, der Außenstehenden oft verborgen bleibt. Surreal und traumhaft wirken die Szenen aus Afghanistan, Dagestan, dem Gazastreifen, Indien, Indonesien, Iran oder auch dem Senegal. In diesen muslimisch geprägten Ländern entdeckte Fritz eine Zirkuskultur, die inmitten schwierigster Lebensumstände wichtige Freiräume des Selbstausdrucks schafft sowie einer tief verwurzelten Sehnsucht nach Frieden und Freiheit Ausdruck verleiht.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm:
Grußwort von Johanna-Maria Fritz: Like a Bird. Stream zur Ausstellungseröffnung
sowie
Johanna-Maria Fritz: Like a Bird. Künstlerinnengespräch zum Ausstellungsfinale im Stadthaus Ulm, mit Kuratorin Daniela Baumann
Zum 40-jährigen Bestehen der Kölner Fotoagentur laif zeigt die Ausstellung 40 Positionen dokumentarischer und journalistischer Fotografie von 1981 bis 2021. Sie reflektieren die Welt anhand ihrer Konflikte und Bruchlinien, zeigen aber auch wie Kunst und Solidarität Menschen verbinden. Darüber hinaus spiegeln sie die ästhetische Entwicklung der Dokumentarfotografie von den 1980er Jahren bis heute wider.
Gastkurator: Peter Bialobrzeski
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm:
"40 Jahre laif: Künstlergespräch zur Ausstellungseröffnung" mit laif-Mitbegründer Manfred Linke und Projektleiter Dr. Raimund Kast
sowie
"40 Jahre laif - Zum Wahrheitsgehalt von Bildern" mit Silke Frigge, laif-Geschäftsführerin, Henner Flohr, Leiter der Bildredaktion der FAZ, und Ingmar Björn Nolting, laif-Fotograf, moderiert von der Journalistin Karen Emler und Dr. Raimund Kast, Projektleiter der Stadthauses.
Juni 1940: Der portugiesische Generalkonsul in Bordeaux, Aristides de Sousa Mendes, ein gläubiger Katholik, stellte unzähligen Flüchtenden, die aus allen Ländern Europas in der südfranzösischen Stadt eintrafen, darunter viele Jüdinnen und Juden, die auf der Flucht vor den Nazis waren, Visa aus und rettete damit Tausende Leben. Die Menschen hofften, über Portugal aus Europa fliehen zu können, nachdem die Deutsche Wehrmacht Belgien, die Niederlande und Nordfrankreich besetzt hatte.
Der portugiesische Diktator António de Oliviera Salazar hatte allerdings bereits im November 1939 seinen Diplomaten verboten, die dafür benötigten Visa auszustellen. De Sousa Mendes geriet in ein existentielles Dilemma. Nach dreitägigem Gewissenskampf entschied er sich, Salazars Befehl nicht zu gehorchen. Zwischen dem 17. und 23. Juni 1940 stellte er die Visa aus.
Das Stadthaus, Mitglied im Ulmer/Neu-Ulmer Arbeitskreis 27. Januar, beteiligt sich an der Aufstellung der Videoskulptur "Candelabro" von Werner Klotz und Almut Kühne zum Gedenken an de Sousa Mendes im Ulmer Münster.