Zum 40-jährigen Bestehen der Kölner Fotoagentur laif zeigt die Ausstellung 40 Positionen dokumentarischer und journalistischer Fotografie von 1981 bis 2021. Sie reflektieren die Welt anhand ihrer Konflikte und Bruchlinien, zeigen aber auch wie Kunst und Solidarität Menschen verbinden. Darüber hinaus spiegeln sie die ästhetische Entwicklung der Dokumentarfotografie von den 1980er Jahren bis heute wider.
Gastkurator: Peter Bialobrzeski
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm:
"40 Jahre laif: Künstlergespräch zur Ausstellungseröffnung" mit laif-Mitbegründer Manfred Linke und Projektleiter Dr. Raimund Kast
sowie
"40 Jahre laif - Zum Wahrheitsgehalt von Bildern" mit Silke Frigge, laif-Geschäftsführerin, Henner Flohr, Leiter der Bildredaktion der FAZ, und Ingmar Björn Nolting, laif-Fotograf, moderiert von der Journalistin Karen Emler und Dr. Raimund Kast, Projektleiter der Stadthauses.
Juni 1940: Der portugiesische Generalkonsul in Bordeaux, Aristides de Sousa Mendes, ein gläubiger Katholik, stellte unzähligen Flüchtenden, die aus allen Ländern Europas in der südfranzösischen Stadt eintrafen, darunter viele Jüdinnen und Juden, die auf der Flucht vor den Nazis waren, Visa aus und rettete damit Tausende Leben. Die Menschen hofften, über Portugal aus Europa fliehen zu können, nachdem die Deutsche Wehrmacht Belgien, die Niederlande und Nordfrankreich besetzt hatte.
Der portugiesische Diktator António de Oliviera Salazar hatte allerdings bereits im November 1939 seinen Diplomaten verboten, die dafür benötigten Visa auszustellen. De Sousa Mendes geriet in ein existentielles Dilemma. Nach dreitägigem Gewissenskampf entschied er sich, Salazars Befehl nicht zu gehorchen. Zwischen dem 17. und 23. Juni 1940 stellte er die Visa aus.
Das Stadthaus, Mitglied im Ulmer/Neu-Ulmer Arbeitskreis 27. Januar, beteiligt sich an der Aufstellung der Videoskulptur "Candelabro" von Werner Klotz und Almut Kühne zum Gedenken an de Sousa Mendes im Ulmer Münster.
Peter Bialobrzeski, Jahrgang 1961, ist einer der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart.
Für sein Werk erhielt er 2012 den Dr. Erich Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie und zweimal den renommiertesten Preis für Fotojournalismus, den World Press Photo Award (2003 und 2010).
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm: "Peter Bialobrzeski: Urbane Räume. Künstlergespräch zur Ausstellungseröffnung" mit Stadthausleiterin Karla Nieraad und Peter Bialobrzeski.
Die aus dem asiatischen Raum stammende Kletterpflanze Kudzu kam 1876 auf den amerikanischen Kontinent, nämlich zur ersten Weltausstellung nach Philadelphia.
Aufgrund der milden Winter und des Fehlens natürlicher Fressfeinde konnte sich das hochinvasive Gewächs dort unkontrolliert ausbreiten. Heute ist die Pflanze ein riesiges Problem. Sie nimmt Landschaften in Besitz, überwuchert Wälder und Häuser, zerstört ganze Anwesen, Stromleitungen und Eisenbahnschienen müssen ständig von ihr befreit werden.
Sabine Bungert und Stefan Dolfen reisten im Spätsommer 2018 durch die Südstaaten der USA. Kudzu fanden sie überall.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm: KUDZU - Ausstellungseröffnung. Mit Stefan Brändel vom Botanischen Garten der Universität Ulm
Als international renommierte Fotografin ist Ursula Kaufmann bei großen Festivals und Inszenierungen aller Theatersparten gefragt. Doch seit sie 1975 zum ersten Mal Bauschs Choreografie „Frühlingsopfer“ gesehen hatte, gehörte ihr Herz vor allem ihr und ihrem Ensemble. Aus dem großen Wunschtraum, Pina Bausch und das Tanztheater Wuppertal fotografieren zu dürfen, wurde ein gemeinsamer Weg. Über Jahrzehnte begleitete Ursula Kaufmann die deutsche Tanzlegende.
Die Bildkraft der Choreografien und der Facettenreichtum der tänzerischen Bewegungen faszinierten sie: „Menschliche Bewegungen einzufangen hat etwas Magisches. Man kann nicht vorausahnen, was kommt.“
Das Stadthaus soll wieder zum Klingen gebracht werden – einmal mehr eine Einladung an alle, die Faszination von zeitgenössischer Musik zu erfahren.
Die Mischung aus Klassikern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und neuen Kompositionen zumeist junger, internationaler Komponist*innen, die herausragenden Künstler*innen des European Music Projects und die renommierten Solist*innen sind Garanten für außergewöhnliche Musikerlebnisse.
Der Designerin Julia Löffler sind verblüffende Ähnlichkeiten darin aufgefallen, wie sich Menschen neben "exotischen" Pflanzen in zur Kolonialzeit entstandenen Fotografien und heutigen Social Media-Bildern inszenieren.
Unbekannte, seltene, aus europäischer Sicht "exotische" Pflanzen wurden damals wie heute als Luxusgüter und Statussymbole gesammelt. Julia Löffler kreierte aus miteinander korrespondierenden alten und neuen Fotografien 40 Bildpaare.
Das Leben indonesischer Hausmädchen, die in Hongkong als Migrantinnen zweiter Klasse unter prekären Umständen leben, wird von der Ausstellung beleuchtet. In einer vielschichtigen multimedialen Erzählung, die aus Dokumentarfotografie, Social Media-Auszügen und Texten besteht, porträtiert die deutsch-amerikanische Fotografin Rebecca Sampson eine Gruppe von Frauen, die ihre Familien, Kinder und Ehepartner in Indonesien zurücklassen, um im fernen Hongkong Geld zu verdienen und damit ihre Angehörigen zu unterstützen. Dort leben sie mit ihren Arbeitgeber*innen jahrelang auf engstem Raum, häufig ohne jede Privatsphäre. Lange Arbeitstage, schlechte Bezahlung und Geringschätzung gehören zum Alltag der Hausangestellten, die der Willkür ihrer Dienstherr*innen oft schutzlos ausgeliefert sind. Unseriöse private Vermittlungsagenturen, die horrende Gebühren verlangen, sowie eine nur einmonatige Kündigungsfrist und die drohende Ausweisung bei Verlust des Arbeitsverhältnisses verstärken die stark asymmetrischen Machtverhältnisse.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm: "Rebecca Sampson: Apples for Sale - Ausstellungseröffnung", Kuratorin Daniela Baumann im Gespräch mit der Künstlerin