Die Arbeit entstand über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren auf der Insel Rügen, die sich die Künstlerin als Rückzugsort ausgesucht hat. Im Nationalpark Jasmund begann sie, den Buchenwald zu fotografieren, und setzt diesen Aufnahmen Blicke auf die Weite der See gegenüber. Mittlerweile war sie mehr als ein Dutzend Mal und zu jeder Jahreszeit dort. Die Serie wird im Frühsommer 2022 publiziert und im Stadthaus Ulm erstmalig ausgestellt.
Ihre vielen Besuche ließen Nemes mit dem Buchenwald vertraut werden. Die immergleichen Wege, die immergleichen Buchen mit Wurzeln, über die sie immer wieder stolpert. Und doch ist jedes Mal vieles neu: das rasch wechselnde Licht an der See, die Winde, die Wolken.
Nemes‘ Mittelformatkamera übersetzt die Elemente in feine Grautöne. Das zarte Grün des Mais und die hellen Gelbtöne des Oktobers werden auf ihren Silbergelantineabzügen dabei zum selben Grau. Es wirkt wie eine Klammer, die den ewigen Kreislauf der Jahreszeiten, das Werden und Vergehen betont.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm: "Loredana Nemes: 'Graubaum und Himmelmeer' - Ausstellungseröffnung" mit einer Einführung von Simone Klein
Mit „Welcome to Camp America: Inside Guantánamo Bay“ präsentiert das Stadthaus Fotografien, die einen der berüchtigtsten Orte der jüngsten amerikanischen Geschichte erkunden: die US-Marinebasis in Guantánamo Bay auf Kuba. Im Jahr 2002 erlangte der Stützpunkt internationale Bekanntheit, als das amerikanische Militär dort im Rahmen des globalen „Krieg gegen den Terror“ ein Gefangenenlager errichtete. Bilder von Insassen in orangefarbener Häftlingskleidung, die in der prallen Sonne in Drahtkäfigen ausharren, gingen um die Welt und sorgten zusammen mit Berichten über die Anwendung von Folter für weltweite Kritik und Diskussionen über die Menschenrechtssituation vor Ort. Doch trotz der damals breiten medialen Berichterstattung hat sich das Interesse an den Bedingungen für die derzeit 40 verbliebenen Gefangenen schnell verflüchtigt.
In ihren konzeptuell-dokumentarisch angelegten Bildern erkundet Debi Cornwall diesen Ausnahmezustand menschlichen Seins. Nach einer zwölfjährigen Karriere als Bürgerrechtsanwältin kehrte sie erst 2014 zur Fotografie und Kunst zurück.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm:
"Welcome to Camp America: Inside Guantánamo Bay", Künstlerinnengespräch zur Ausstellungseröffnung
sowie
"Welcome to Camp America - Podiumsdiskussion zur Ausstellung von Debi Cornwall" mit Debi Cornwall, dem ehemaligen Guantánamo-Häftling Mohamedou Ould Slahi, Andreas Schüller (ECCHR) und Urs M. Fiechtner (Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm/Amnesty International), moderiert von Kuratorin Daniela Baumann
Die unerklärliche Verwandlung von der Raupe zum Schmetterling beeindruckt schon Kinder. Auch andere Arten verändern sich im Verlaufe ihres Lebens fundamental und wechseln, wie die Libelle, sogar das Lebenselement. Die Begeisterung für diesen magischen Prozess nimmt Nicole Ottawa (*1965) und Oliver Meckes (*1963) vollständig gefangen. Verortet zwischen Wissenschaft und Kunst spüren die Diplombiologin und der Fotograf den Verwandlungskünstlern mit akribischer Präzision nach. Sie haben sich auf das Fotografieren mit dem Raster-Elektronen-Mikroskop spezialisiert - Pioniere ihres Fachs.
Mannequins und Pin-up-Girls sind die bevorzugten Motive von Rudi Bodmeier. Doch nicht die Frau als Individuum steht im Zentrum seines Interesses, vielmehr isoliert der der sogenannten Outsider Art zugerechnete Münchner Künstler Versatzstücke stereotyper Weiblichkeit, um sie mit Extremitäten aus der Tier- und Dingwelt neu zu kombinieren und mit drastischer Übertreibung zu skurrilen Mischwesen umzuformen. Als Ausgangsmaterial für seine Collagen greift Bodmeier gern auf Werbeblätter, Trachtenkataloge und Zeitschriften zurück. Schlanken Models verleiht er vollbusige Rundungen, auf ihre Hälse montiert er Pferde-, Ziegen- und Insektenköpfe, teils gezeichnet, teils collagiert. Dabei entstehen hybride Wesen, die nicht selten ein destruktives Bild von Weiblichkeit zeigen, das irritieren und sogar verstören kann.
In Zusammenarbeit mit dem Atelier Augustinum, Oberschleißheim.
Rudi Bodmeier ist am 4. August 2025 mit nur 64 Jahren verstorben.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm: "Über berühmte Frauen mit Pferdeköpfen und andere Mischwesen", Rudi Bodmeier und Stadthausleiterin Karla Nieraad unterhalten sich über seine "Traumfrauen".
Es sind die großen politischen Leitideen der Moderne, die Orientierung dazu geben, wie ein gutes, respektvolles Zusammenleben funktioniert.
Seit 2021 führt das Stadthaus biennal einen Fotowettbewerb für junge Menschen von 10 bis 25 Jahren durch, der stets einem anderen demokratischen Wert gewidmet ist. In drei Altersgruppen, 10-14 Jahre, 15-19 Jahre, 20-25 Jahre, können Teilnehmende Fotos einreichen und kurz beschreiben. Gefragt werden nicht "schöne Bilder", sondern Fotos, die einen "Wert" verbildlichen und Geschichten erzählen.
Die Fotos werden von einer Jury ausgewählt und prämiert. In einer Ausstellung und einem Katalog präsentiert werden grundsätzlich alle eingereichten Fotos.
Zur Erklärung von Unglück, etwa des Todes eines Angehörigen oder einer Trennung, von Krankheiten, Epidemien, Dürren, Viehsterben und anderen Katastrophen werden noch heute Tausende von Frauen der Hexerei bezichtigt. Oft kommt das einem Todesurteil gleich. In Ghana gelingt es einigen der verfolgten Frauen, in einem der „Hexencamps” Zuflucht zu finden. Sie haben aber kaum noch die Möglichkeit, in ein normales Leben zurückzukehren.
Nach Einschätzung der Vereinten Nationen gibt es diese Gewalttaten an vermeintlichen Hexen noch in mindestens 36 weiteren Ländern. Die meisten Opfer sind ältere Frauen, aber auch Männer und Kinder werden der Hexerei beschuldigt. Ihnen droht Folter, oft endet sie tödlich.
Ann-Christine Woehrl realisierte ihre eindringliche Portraitserie 2009 und 2013 in Gambaga und Gushiegu im Norden von Ghana.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm:
"Witches in Exile", Dokumentation von Ann-Christine Woehrl und Laura Salm-Reifferscheidt
sowie
"Ann-Christine Woehrl: Die 'Hexen' von Ghana"
sowie
"Der "Hexerei" schuldig", Hannelore Schüngel und Leonie Schmucker im Gespräch über Hexenverfolgung im mittelalterlichen Ulm
Seit 1991 reiste die Fotografin, Filmemacherin und Autorin Désirée von Trotha (1961-2021) jedes Jahr rund sechs Monate in den Sahara-Sahel-Regionen Algeriens, Malis, Mauretaniens, Nigers und Tschads.
So wurde sie allmählich zu einer Chronistin der Welt der Sahara-Nomaden, deren Heimat seit spätestens 2012 teilweise dramatisch in Unordnung geraten ist: Terrororganisationen, bewaffnete Gruppen, Milizen und kriminelle Netzwerke beherrschen weite Gebiete, regionale und internationale Rohstoff- und Sicherheitsinteressen heizen die Konflikte an.
Weiterhin auf YouTube Stadthaus Ulm: "Désirée von Trotha: SAHARA. Fotografien 2010 bis 2020"