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Neue Musik
10. April 2016 - 17. April 2016
BEAUTYbroken

Flyer BEAUTYbroken 2016

Schönheit in der neuen Musik zu suchen scheint vielleicht unangebracht. Gerade deshalb betrachten wir sie im 20. Festivaljahr. Wir suchen sie nicht an den polierten Oberflächen des Mainstream, sondern in ausgewählten Werken, in denen sich die Idee von Schönheit mit der antiken Idee des "Erhabenen" vermischt, das gleichzeitig das Unbekannte und Fremde impliziert.

In den sechs Festivalkonzerten treffen Claude Debussy auf Iannis Xenakis, Alte Musik auf Morton Feldman, die Zweite Wiener Schule auf den magischen Klang von Georg Friedrich Haas. Wir finden fragile Schönheit in den tiefgründigen Songs von David Lang und in seiner Version von Lou Reeds „Heroin“ und feiern die Schönheit des gesprochenen Worts in der dadaistischen Dekonstruktion und im zeitgenössischen Hip-Hop. Uns erwarten herausragende Konzerterlebnisse mit international renommierten und regional verankerten Künstlern.

Das Festival beginnt am 10. April mit Gérard Griseys „Prologue“ für Solobratsche und Morton Feldmans hochintensiven, 90-minütigen „Patterns in a chromatic field“ für Cello und Klavier, gepaart mit einer Licht-Inszenierung.

Am 12. April führt uns Maria Rosendorfsky als Alban Bergs „Lulu“ zu Arnold Schönbergs berühmten „Klavierstücken Opus 11“, die heute als „Ursubstanz“ der Neuen Musik gelten, und weiter zu Anton Webern und Georg Friedrich Haas. Der Abend gipfelt in Schönbergs exzessiv-romantischem Streichsextett „Verklärte Nacht“.

Debussys verführerisches Flötensolo „Syrinx“ leitet am 15. April unmittelbar in die Geräuschkaskaden von Xenakis. Hip-Hop begegnet Kurt Schwitters; auf Claude Viviers spektakuläres Streichorchesterwerk „Zipangu“ folgt eine Meditation über den Sufi-Mystiker Rumi.

Der 16. April gilt östlichen Musikritualen, einem Werk der jungen Italienerin Clara Iannotta, György Kurtág und den Songs von David Lang. In der anschließenden Late Night im Ulmer Münster sind die Sopranistin Esther Kretzinger, Münsterkantor Friedemann Johannes Wieland und Jürgen Grözinger zu hören.

Den Abschluss des Festivals am 17. April bildet eine raumgreifende Konzertinstallation aus Werken u.a. von Arvo Pärt, Morton Feldman, Fausto Romitelli sowie Musik der Renaissance. Ein Höhepunkt des Abends ist die Uraufführung eines Werkes von Dieter Schnebel.

Die Intros zu vier Konzerten (12.|15.|16.|17. April) gestalten Schülerinnen und Schüler der Musikschule der Stadt Ulm, die sich über mehrere Wochen hinweg mit jeweils zwei selbst gewählten Stücken aus dem Repertoire der vergangenen gut 100 Jahre unter der Fragestellung "Schön / Nicht Schön" auseinandergesetzt haben.

Sonntag, 10. April, 18 Uhr
Prolog

Beauté-Interludes - Einführung in das Festival | Gérard Grisey Prologue | Morton Feldman Patterns In A Chromatic Field
Shasta Ellenbogen, Viola | Mathis Mayr, Cello | Antonis Anissegos, Klavier | Jürgen Grözinger Perkussion Kurt Laurenz Theinert, Visual Piano

Dienstag, 12. April, 19 Uhr
Salon Lulu

Lulu spricht über Schönheit...

Werke von Alban Berg, Anton Webern, Georg Friedrich Haas und Arnold Schönbergs Verklärte Nacht
Maria Rosendorfsky, Sopran | Matthias Kaiser, Moderation | Ensemble European Music Project

Intro: Emil Bakiev (Klavier), Musikschule der Stadt Ulm

Freitag, 15. April, 19 Uhr
BEAUTY is...

Claude Debussy Syrinx | Iannis Xenakis Anaktoria | Schwitters-Clementi-Stern-Oledzki Neues aus Schwittersland / Kurt Schwitters remixed | Salvatore Sciarrino Ai limiti della notte | Claude Vivier Zipangu | Infinite Livez – Hip-Hop
| John Tavener Scatter Roses Over My Tears, eine Meditation über Jalalu-d-din Rûmi
Ensemble European Music Project & Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein | Ltg. Paraskevi Kontogianni
Anna Clementi, Sprecherin | Infinite Livez, Hip-Hop | Lisa Konnerth, Flöte | Miriam Götting, Viola

Intro: Klavertrio mit Lukas Pinkhardt (Violine), Johann Blakytny (Cello) und Benjamin Friesinger (Klavier), Musikschule der Stadt Ulm

Samstag, 16. April, 19 Uhr
BEAUTY broken...

Clara Iannotta The people here go mad. They blame the wind | Lou Reed/David Lang Heroin | A. Anissegos / T. Atzakas / J. Grözinger About Beauty |
György Kurtag Hommage an Rober Sch... | David Lang Death Speaks und Visuals by Haegar

European Music Project | Maria Rosendorfsky, Sopran | Antonis Anissegos, Klavier | Thimios Atzakas, Oud & E-Gitarre | Anna Clementi, Sprecherin

Intro: Saxophonquartett mit Paul Hurler (Sopransax), Saladin Dunoo (Altsax), Matthias Gmeiner (Tenorsax) und Simon Meigel (Baritonsax), Musikschule der Stadt Ulm

22 Uhr: Late Night im Ulmer Münster

Morton Feldman Principal Sound | Friedemann J. Wieland/Jürgen Grözinger Suoni di notte | Henryk Gorecki O Domina Nostra

Esther Kretzinger, Sopran | Friedemann J. Wieland, Orgel | Jürgen Grözinger, Perkussion

Sonntag, 17. April, 18 Uhr
BEAUTÉ parfaite

Eine Konzert-Installation mit alter und neuer Musik von Guillaume de Machaut Le lay de plour / Un lay de consolation | Fausto Romitelli Seascape | Arvo Pärt Spiegel im Spiegel / Fratres | Oscar Bianchi Crepuscolo | Antonello da Caserta Beauté parfaite | Dieter Schnebel 6 Inventionen für/über AC (UA) | Thorsten Töpp Mystify | Morton Feldman Three Voices | John Tavener Shanti-Kathleen | Jocy de Oliveira Solaris und Philipp Glass Glassworks: Opening | Visuals by Haegar

Anna Clementi, Sprache | Esther Kretzinger, Sopran | Miako Klein, Kontrabassblockflöte | Elisabeth Haselberger, Blockflöte | Lenka Zupkova, Violine | Mario Frezzato, Oboe | Antonis Anissegos, Klavier | Mathis Mayr, Cello | Jürgen Grözinger, Perkussion | Haegar, Visuals

Intro: Klaviertrio mit Johanna Merkle (Flöte), Daniela Grandjean (Cello) und Luca Blessing (Klavier), Musikschule der Stadt Ulm