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Das Ausstellungsprogramm des Stadthauses

In den 25 Jahren seines Bestehens hat das Stadthaus sich einen weit über die Region hinausreichenden Ruf als ein Ausstellungshaus erworben, das in seinem beständig wechselnden Ausstellungsprogramm den gesellschaftlich und politisch relevanten Themen unserer Gegenwart verpflichtet ist und sich auch vor unbequemen Inhalten nicht versteckt.

Als ideales Medium für Stadthausausstellungen hat sich die Fotografie herausgebildet. Fotografinnen und Fotografen wie Herlinde Koelbl oder Nick Brandt, Olaf Otto Becker, Michael Wesely und Lina Kim, Bettina Flitner, Donata Wenders, Jan Banning, Janne Lehtinen und Jodi Bieber, Anja Niedringhaus, Bryan Adams, Karin Szekessy, Timm Rautert und Jim Rakete, die Magnumfotografen Abbas und Martin Parr, oder - ganz zu Beginn des Stadthauses - Joseph Gallus von Rittenberg haben im Stadthaus ausgestellt. Allein diese Namen zeigen die thematische Bandbreite, denen sich das Stadthaus in der Fotografie widmet.

Richard Meiers Stadthaus ein Ort, der in ganz besonderem Maße dazu einlädt, über Architektur zu reflektieren. So befassen sich Ausstellungen Profillinie Architektur nicht nur mit dem konkreten Bauen von Häusern, sondern loten den Begriff „Architektur“ in seiner ganzen Bandbreite aus. Die Themen reichen von architekturhistorischen Fragen über die Gestaltung von Garten und Landschaft bis hin zur Zukunft der Stadt und zu den Tendenzen der Architekturavantgarde. Dem Stadthaus-Architekten Richard Meier selbst waren auch bereits zwei Ausstellungen gewidmet.

Der Begriff Outsider Art betont Kunstwerke als anders. "Aber anders als was? Wer stellt die Kategorien auf? Outsider Art führt ein Höchstmaß an Identität von Kunst und Leben vor. Sie veranschaulicht die privaten Mythologien der Künstler, ihre Visionen und Obsessionen. Dabei ist für die Qualität der Werke der Geisteszustand ihrer Schöpfer unerheblich."So beschreibt es Claudia Dichter (in: Outsider Art. Collection Charlotte Zander. Bönnigheim 1999). Die so genannte Outsider Art spielt seit 1996 im Stadthausprogramm regelmäßig eine Rolle. Die erste Ausstellung in dieser Reihe zeigte Werke aus der Kreativen Werkstatt der Diakonie Stetten (1996), später waren Gustav Mesmer, dem Ikarus vom Lautertal, oder dem Raketenbauer Karl-Hans Janke, dem US-Amerikaner Daniel Johnston oder dem in Grafeneck auf der Schwäbischen Alb betreuten Norman Seibold zu Gast im Stadthaus. Zuletzt wurden Werke der bedeutenden Sammlung Dammann und von Künstlerinnen und Künstlern des Frankfurter Ateliers Goldstein gezeigt.

Herausragende Ausstellungen wecken herausragendes Interesse. Manchmal sind sie formal oder inhaltlich einzigartig, so dass sie bei uns außer der Reihe laufen. 2001 etwa übernahm das Stadthaus aus dem National Museum of Western Art in Tokio die Ausstellung Totentanz. Manchmal finden Ausstellungen zum Gedenken an bedeutende Ulmer Persönlichkeiten statt oder aus Anlass besonderer Jahrestage wie etwa 1997 über Otl Aicher, 2004 zum 125sten Geburtstag von Albert Einstein oder 2011, als der "Schneider von Ulm", Albrecht Ludwig Berblinger, und sein gescheiterter Flugversuch vor 200 Jahren im Fokus stand.

Ausstellungen zur Zeitgeschichte sind ein wichtiger Bestandteil im Programm des Stadthauses. Auf größtes Interesse stieß 2008 die Ausstellung über den Ulmer Einsatzgruppenprozess von 1958 Die Mörder sind unter uns. Zuweilen überschneidet sich diese Reihe mit anderen, wie das Beispiel der Bilder aus Nordkorea zeigte, deren Fotografien einen Einblick in ein Land gaben, das noch heute so schwer zugänglich ist wie kaum ein anderes dieser Welt.

Mit Richard Meiers Stadthaus gab und gibt die Stadt Ulm ein Statement zur Moderne ab. So präsentierte - vor allem in seinen ersten 15 Jahren - das Stadthaus zeitgenössische Kunst in hochkarätiger zeitgenössischer Architektur. Insbesondere auf Künstlerinnen und Künstlern der Jahrgänge ab 1960 lag und liegt der Fokus. Die Architektur als Thema der bildenden Kunst findet besondere Beachtung genauso wie Künstler, die – wie der Stadthausarchitekt selbst – aus der Natur ihre Inspiration beziehen.

Junge Künstlerinnen und Künstler, die im Rahmen des städtischen Förderpreises ausgezeichnet wurden, bekommen ebenso eine Plattform. Alle zwei Jahre vergibt die Stadt Ulm den Preis zur Förderung junger Ulmer Kunst in den Sparten Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Musik, Literatur und Film / Neue Medien. Für die ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler verbindet sich damit die Möglichkeit, ihre Arbeit zu präsentieren - unter anderem auch im Stadthaus.

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