fotografie
27. January 2023 - 01. May 2023
40 Jahre laif
40 Positionen dokumentarischer Fotografie

Eine Frau mit Plastikschürze, darauf Bikini in amerikanischen Farben gemalt, steht an Hausecke
Foto: ©Peter Granser/laif
Zum 40-jährigen Bestehen der Kölner Fotoagentur laif zeigt die Ausstellung 40 Positionen dokumentarischer und journalistischer Fotografie von 1981 bis 2021.
Mann mit Strumpfmaske und Waffe, im Hintergrund drei weitere Männer mit Strumpfmaske
Foto: © Axel Krause/laif

Arbeiten reflektieren die Welt anhand ihrer Konflikte und Bruchlinien, zeigen aber auch wie Kunst und Solidarität Menschen verbinden. Darüber hinaus spiegeln sie die ästhetische Entwicklung der Dokumentarfotografie von den 1980er Jahren bis heute wider.
„Thematisierten die Fotografinnen und Fotografen der ersten Stunde die Proteste gegen Kernkraft, Aufrüstung und Flughafenerweiterungen noch klassisch, schwarz-wei
ß und sehr dicht am Geschehen, gerät in den 1990er Jahren, analog zu den technischen Reproduktionsmöglichkeiten der Presse, die Farbfotografie in den Vordergrund, so Peter Bialobrzeski.

Frau vor Bruchstück Berliner Mauer, dahinter links ihr Mann
Foto: © Bettina Flitner/laif

Die Ausstellung, chronologisch aufbereitet, wird eingeleitet von den Arbeiten zweier Mitbegründer der Agentur, Manfred Linke und Günter Beer, zu den Protesten gegen die Startbahn West und die Wiederaufbereitungsanlage Brokdorf, gefolgt von künstlerisch-dokumentarischen Bild-Textarbeiten zu Menschen an der Berliner Mauer von Bettina Flitner aus dem Jahr 1990. Katharina Bosse porträtiert in ihrer Arbeit „Surface Tension“ oft Frauen weltweit (1997), während Michael Lange eine experimentelle Arbeit über Los Angeles präsentiert, fotografiert auf schwarz-weißem Polaroid Diafilm, die als Hommage an den „Film Noir“ gelesen werden kann (1999).

Jürgen Höcke am Rednerpult, gestikulierend
Foto: © Hannes Jung/laif

Henrik Spohler dokumentiert in „The Third Day“ kühl, distanziert, mit hoher bildnerischer Qualität, wie heute die Agrarindustrie Lebensmittel weltweit anbaut (2012). Sandra Hoyn besucht ein Bordell in Bangladesch und nimmt Anteil am Schicksal der Frauen und Mädchen dort (2015). Am Ende schließt sich der Kreis und die Fotograf*innen richten ihren Blick wieder auf Deutschland: Hannes Jung liefert eine Reportage über die Neue Rechte mit fast demagogischer Wirkung (2017), während Andreas Herzau seine Langzeitarbeit über Kanzlerin Angela Merkel in subjektiv kombinierten Bildausschnitten 2018 erstmals komplett als Buch vorlegt. David Klammer wird 2019 zu einem ständigen Chronisten des Widerstands gegen die Abholzung des Hambacher Waldes, 2020 schließlich fährt der junge Ingmar Björn Nolting kreuz und quer durch Deutschland und schafft ein einmaliges, zu Recht mehrfach preisgekröntes Zeugnis der Corona-Krise. Den Abschluss bildet das Jahr 2021 mit der Flutkatastrophe im Westen des Landes.

Eine ergänzende Timeline lässt zahlreiche weltpolitische Ereignisse zwischen 1981 und 2021 Revue passieren.

Szene Straßenkampf mit brennendem Auto, 70er Jahre
Foto: Manfred Linke/laif
laif

Kurator: Peter Bialobrzeski
Gestalterinnen: Sarah Fricke und Lea Sievertsen, Distaff Studio, Berlin
Projektleitung Stadthaus Ulm: Dr. Raimund Kast

Die ungewöhnliche Präsentation auf Zeitungspapier ist,-auch aus Gründen der Nachhaltigkeit, zugleich Exponat und Publikation mit mehr als 340 Seiten im Zeitungsformat. So können Besucher*innen die komplette Ausstellung mit nach Hause nehmen. Sie ist während der Ausstellung auf Ebene 3 zum Preis von 19,- Euro erhältlich sowie online unter
www.laif-shop.de

Frau sitzt auf Fensterbank in New Yorker Hochhaus neben Feuerleiter
Foto: © Katharina Bosse/laif

Teilnehmende Fotograf*innen

Christian Als, Christoph Bangert, Theodor Barth, Günter Beer, Regina Bermes, Jürgen Bindrim, Peter Bialobrzeski, Jan-Peter Boening, Katharina Bosse, James Whitlow Delano, Barbara Dombrowski, Stephan Elleringmann, Norbert Enker, Maria Feck, Bettina Flitner, Peter Granser, Jan Grarup, Andreas Herzau, James Hill, Sandra Hoyn, Britta Jaschinski, Hannes Jung, David Klammer, Vincent Kohlbecher, Axel Krause, Dirk Krüll, Michael Lange, Paul Langrock, Frederic Lezmi, Manfred Linke, Kai Löffelbein, André Lützen, Ingmar Björn Nolting, Helena Schätzle, Henrik Spohler, Berthold Steinhilber, Andreas Teichmann, Wolfgang Volz, Gordon Welters und Michael Wolf.
 

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 26. Januar 2023, 19.00 Uhr

Kind mit Drache auf leerer Straße, im Vordergrund ein Kinderwagen, im Hintergrund Stadtrand
Foto: © Dirk Krüll/laif

Über die Agentur laif

Seit über 40 Jahren dokumentieren die laif-Fotograf*innen die Welt in Bildern: persönlich, empathisch, ungefiltert und unverwechselbar. Zusammen mit dem internationalen Netzwerk der Agentur leisten sie so einen wichtigen journalistischen und fotografischen Beitrag zur Beschreibung der Welt und zur Abbildung unserer Gegenwart.

laif Agentur für Photos & Reportagen GmbH wurde 1981 von vier Fotografen in Köln gegründet und vertritt heute mehr als 400 renommierte Fotograf*innen weltweit, darunter zahlreiche World Press Photo- und Pulitzer-Preisträger*innen. Mit einer Bilddatenbank von über 14 Millionen Motiven und dem Vertrieb von Bildlizenzen hochwertiger Fotoproduktionen sowie der Vermittlung von Editorial und Corporate Shootings, besonders im internationalen Kontext, gehört laif zu den führenden Bildagenturen für Fotojournalismus in Deutschland. laif repräsentiert darüber hinaus mehr als 40 internationale Partneragenturen im deutschsprachigen Raum und ist Syndicationpartnerin des Verlagshauses Société du Figaro sowie der Tageszeitung The New York Times.

Von Christo verhüllter Reichstag, davor Besucher
Foto: © Wolfgang Volz/laif

Im Frühjahr 2022 wurde von laif-Fotograf*innen die laif Genossenschaft ins Leben gerufen, die seit Juli 2022 Eigentümerin der Fotoagentur ist. Dieser Schritt soll langfristig ermöglichen, dass die laif eigenständig bleibt und die Fotograf*innen eine bessere Kontrolle über die Nutzung ihrer Bilder haben – unabhängig und frei von äußeren Interessen. Zu den aktuell 320 Mitgliedern der Genossenschaft zählen überwiegend Fotograf*innen der Agentur laif, Bildredakteur*innen, Unterstützer*innen eines unabhängigen Journalismus' und hochwertiger Fotografie sowie Förder*innen der Pressefreiheit. Jeder Person ist es möglich, Mitglied der Genossenschaft zu werden.

www.laif.de
www.laif-genossenschaft.de

„Die laif Genossenschaft der Fotograf:innen versteht sich, durch die Sicherung, Förderung und die Weiterentwicklung der Agentur und Marke 'laif', als Institution zur Wahrung und Förderung eines unabhängigen Fotojournalismus, hochqualitativer Fotografie und der Pressevielfalt – einem Grundpfeiler der Demokratie.“ (Präambel der laif-Genossenschaft)

Mann mit Gesicht an Busscheibe gedrückt, dahinter weitere Fahrgäste
Foto: © Michael Wolf/laif

Die Ausstellung und die Publikation wurde gefördert von der Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst sowie vom Bundesverband Soziokultur e.V./NEUSTART KULTUR.

Die hochwertigen Prints der Ausstellung wurden mit großzügiger Unterstützung der Firma WhiteWall Media GmbH hergestellt.