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das stadthaus ist...

...ein internationaler Markstein moderner Stadtarchitektur!

Es ist Ausstellungshaus und Veranstaltungsort, moderne Bauskulptur und Bewahrerin historischer Wurzeln, Bürgerforum und Café-Restaurant, Anlaufstelle für Touristen, Austragungsort eines internationalen Festivals neuer Musik und zeitgenössischer Tanzperformances. Die Erklärung DER VIELEN Baden-Württemberg hat das Stadthaus 2019 mitgezeichnet.

Das Stadthaus ist darüber hinaus auch eine geschätzte Plattform für Gastveranstalter mit den aktuellen Themen aus allen Bereichen unserer Gesellschaft wie Kultur, Soziales, Medizin, Wissenschaften, Wirtschaft, Medien oder Politik. Die aktuellen Gastveranstaltungsangebote finden Sie im Kalender.

Der Neubebauung des Platzes, auf dem das Stadthaus steht, ging ein über 100-jähriges Ringen um die "richtige" Lösung voraus. Mit dem Abriss eines sanierungsbedürftigen, ehemaligen Klostergebäudes aus dem 13. Jahrhundert war 1874 auch der Wunsch nach einer Aufwertung des Ulmer Münsters verbunden. Die Kathedrale sollte den Platz alleine beherrschen. 1890 schließlich war die Aufstockung des Turmes zum höchsten Kirchturm der Christenheit vollendet.

Bis das Stadthaus an der Südwestecke des Münsterplatzes 1993 eröffnet wurde, rang Ulm über 100 Jahre lang um den richtigen Rahmen und Bauwerke, die in Dialog treten können mit dem nunmehr wie verloren auf dem sehr weitflächigen Platz stehenden Ulmer Münster. 17 Wettbewerbe und Entwurfseingaben sind dokumentiert, mehrere Fehlstarts und hitzig geführte öffentliche Debatten.

1986 lobte Ulm noch einmal einen Wettbewerb aus. Es sollte endlich der letzte werden, der die Lösung bringt. Am 15. November 1986 entschied sich das Preisgericht für den Entwurf des New Yorkers Richard Meier.

Ein Sturm der Entrüstung brach los. Jahrelang debattierte die Bürgerschaft mit demokratischer Leidenschaft über Architekur. Unterstützt wurde der "Richard-Meier-Bau" von der großen Mehrheit des Gemeinderats, vom Kirchengemeinderat, vom Münsterbaumeister, vom Präsidenten des Landesdenkmalamtes, von hochrenommierten Architekturkritikern und vielen mehr. Ein Bürgerentscheid - es gab rd. 3000 mehr Neinstimmen als Befürworter - scheiterte 1987, weil das Quorum nicht erreicht wurde.

"Man muß den Bauplatz, einen der heikelsten in der Bundesrepublik und vielleicht in der deutschen Architekturgeschichte, vor Augen sehen: den Münsterplatz von Ulm." (Dankwart Guratzsch, Die Welt, 25.11.1986)

Architekt Richard Meier erklärte, der Münsterplatz sei Ulms wichtigster Schnittpunkt, der von Menschen aus allen Teilen der Stadt überquert wird, die alle Schichten und Sparten der Gesellschaft repräsentieren. Das Stadthaus sollte ein gastfreundliches, offenes Haus werden. Nicht zuletzt deswegen ist der Eintritt ins Haus und in alle Stadthausausstellungen auch konsequent frei.

Seit 1993 verleiht die weiß verputzte und makellos geometrische, dreistöckige "Bauskulptur" dem Ulmer Münsterplatz Klarheit und Schönheit und ist heute aus der Mitte Ulms nicht mehr wegzudenken (wie wir, nicht ganz unparteiisch, finden). Im noch jungen Alter von 25 Jahren wurde das Stadthaus Anfang 2019 in die Baden-Württembergische Liste der Kulturdenkmäler von besonderer Bedeutung aufgenommen und ist somit ein wichtiger Teil des Kulturguts im Land.

Das Stadthaus Ulm ist eines der wichtigsten europäischen Projekte Richard Meiers, u.a. neben der Zentrale von Canal Plus, Paris (1992), dem Museum für zeitgenössische Kunst, Barcelona (1995), oder dem Museum für Kunsthandwerk, Frankfurt (1985). Großes Aufsehen erregte der New Yorker Stararchitekt, Träger des Pritzker-Preises, mit dem Getty Center in Los Angeles (1997). Im Jahr wurde 2000 am Stadtrand von Rom sein futuristischer Kirchenbau fertiggestellt.

Das Stadthaus veranstaltet und koproduziert herausragende kulturelle Projekte und ist heute ein viel und gern genutztes Ulmer Bürgerforum für Gastveranstaltungen aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Medien und Soziales. Der Saal hat Platz für bis zu 340 Personen.