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Neue Musik
07. Oktober 2001 - 18. Oktober 2001
The American Way

Im Oktober 2001 fand dieses Festival statt, das fragte: Was macht den spezifisch amerikanischen Weg in der neuen Musik seit Beginn des 20. Jahrhunderts aus? Wenige Wochen davor hatten sich in New York und Washington die Anschläge des 11. September ereignet.

Neben Charles Ives war es vor allem Henry Cowell, der hier mit einigen seiner bahnbrechenden, frühen Klavierstücke und Kammermusikwerke vorgestellt wurde (seine „Irish Suite“ war in der Fassung für Kammerensemble zuvor noch nicht in Europa gespielt worden). Noch vor John Cage erschloss Cowell den Innenraum des Klaviers, traktierte die Tasten mit Fäusten und „erfand“ den Cluster.

Auch George Antheil, Lou Harrison, Leo Ornstein und Edgar Varèse gehörten zu jenen musikalischen Abenteurern, die – gänzlich unbeeindruckt von den Regeln der europäisch ausgerichteten Tradition und des Konzertbetriebes – nach neuen Wegen in der Musik suchten. Das herkömmliche klassische Instrumentarium wurde enorm erweitert. Vor allem dem Schlagzeug kam eine immense Rolle zu.

Den Abschluss des Festivals bildete die Uraufführung des für das European Music Project geschriebenen Werks „Men“ des New Yorker Komponisten David Lang. Das Stück entstand um die Zeit des 11. September 2001. David Lang hat die Katastrophe in New York hautnah miterlebt, was seine Komposition gegenüber der ursprünglich geplanten tief greifend veränderte.