Arbeitskreis 27. Januar
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Ann Dorzback: Ein jüdisches Leben

Banner am Brückengeländer, Ulm, Stuttgarter Straße, ca. 1934. Text: Juden in Ulm nicht erwünscht!
Stuttgarter Straße, ca. 1934
DZOK Ulm A-814
Die letzten Zeitzeug*innen zur Geschichte des Nationalsozialismus sind nahezu verstummt. Eine Ausnahme ist die nunmehr 100-jährige Jüdin Ann Dorzback, die 1921 als Anneliese Wallersteiner in Ulm geboren wurde und 1939 aus ihrer Heimatstadt über Großbritannien in die Vereinigten Staaten floh. Ihre Lebensgeschichte soll an diesem Abend im Mittelpunkt stehen.
Der Reisepass von Anneliese Wallersteiner mit nachgetragenem Zwangsnamen "Sara" und aufgestempeltem roten "J" für Jude
Reisepass
Privatbesitz

Stellvertretend für diejenigen, die zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen wurden, die durch die Aufgabe ihres vertrauten Lebens in einem Netzwerk aus Familie und Freunden, Vereinen, Arbeits- oder Ausbildungsstätten und mit dem Verlust ihres Besitzes ihr nacktes Leben retteten. Der Abend schließt zugleich jene in die Erinnerung mit ein, die aus Ulm und Neu-Ulm deportiert und ermordet wurden.

Die Filmemacherin Sibylle Tiedemann hat Ann Dorzback über viele Jahre begleitet. Nun hat sie einen Dokumentarfilm geschaffen, der auf das Leben der Familie Wallersteiner im Ulm der 1920/30 Jahre schaut und die Ereignisse skizziert, die 1939 zur Flucht aus Deutschland und dem Neuaufbau ihrer Existenz in den USA führten. Seit vielen Jahrzehnten pflegt Ann Dorzback Kontakt zu ihrer Heimatstadt. Anlässlich ihres 100. Geburtstags wurde ihr am Schwörmontag 2021 die Bürgermedaille der Stadt Ulm verliehen. Der Film wird am 27. Januar 2022 uraufgeführt.

Begrüßung: Oberbürgermeister Gunter Czisch

Lotte und Anneliese Wallersteiner 1936 am Donauufer Neu-Ulm
Lotte und Anneliese Wallersteiner 1936 am Donauufer Neu-Ulm
Privatbesitz

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum bundesweiten Gedenktag. An diesem Tag soll "der Opfer des NS-Rassenwahns und Völkermords und der Millionen Menschen gedacht werden, die durch das nationalsozialistische Regime entrechtet, verfolgt, gequält oder ermordet wurden. Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen." (aus der Proklamation)

Eine Kooperation der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Ulm / Neu-Ulm, des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg (DZOK), der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ulm, der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Ulm, der Stadt Neu-Ulm: Abteilung Kultur-Schule-Sport und Stadtarchiv, der Stadt Ulm: Zentralstelle Öffentlichkeitsarbeit, Haus der Stadtgeschichte -Stadtarchiv und Stadthaus, der vh ulm und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – BdA Ulm

Eintritt frei

Es gilt die tagesaktuelle Corona-Verordnung

Gefördert von der Ulmer Bürgerstiftung