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Neue Musik
18. Mai 2001 - 19. Mai 2001
Dance

Flyer Dance 2001

Tanzmusiken von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart machten die fließenden Grenzen zwischen U-Musik und E-Musik, volkstümlicher und ästhetischer Form, Ballettmusik und Konzertstück, Konzertsaal und Club-Musik deutlich.

Als Beispiel einer rein musikalisch gedachten Form stand „Danse Sacrée et Danse Profane“ von Claude Debussy. In seinem Gestus der Langsamkeit der europäischen Auffassung von Tanz entgegengesetzt war „Slow Dance“ von Toshio Hosowaka, der die Bewegung auf ein Minimum reduziert. Ein periodisches Kontinuum entsteht aus essentiellen Lebensimpulsen, etwa dem der Atmung. Einen extremen Gegensatz dazu bilden die in minimalistischer Manier motorisch fortlaufenden „Dances“ des niederländischen Komponisten Louis Andriessen.

Ironische Reflektion auf Popmusikstile sind die „100 Greatest Dance Hits“ des Amerikaners Aaron Jay Kernis.
Maurizio Kagels „Tango Aléman“ ist ironische Auseinandersetzung mit dem leidenschaftlichen Pathos des Tangos, während der sich sogar in den Charts wiederfindende Gija Kantscheli die musikalischen Besonderheiten durch extreme zeitliche Dehnung verfremdet. Abgerundet wurde der kleine Tango-Exkurs durch ein Originalwerk von Astor Piazzolla: „Fuga e Misterio“.

Außerdem im Programm: „Les Songes“ von Darius Milhaud, eine Ballettmusik aus einer Zeit, in der einige Komponisten sich den neuen faszinierenden Rhythmen aus den Bars und Clubs des nächtlichen Paris zuwandten, wogegen
es heute vor allem elektronisch bzw. digital erzeugte Klänge sind, die das Geschehen in den Clubs bestimmen. Kennzeichnend dafür das sogenannte „Sampling“.