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Neue Musik
12. April 2002 - 13. April 2002
Italia

Italien war das Thema: ein Land, das wie kaum ein anderes verwurzelt ist in der Antike und genauso lebendig in der Auseinandersetzung zwischen mitteleuropäischer Kultur und mediterranen Traditionen.

Vielfach bestimmend in der "Tongebung" der abendländischen Musik, ist die italienische Musik der Gegenwart stark geprägt von den maßgeblichen Impulsen des 20. Jahrhunderts. Auch wenn man von einer typisch italienischen Musik kaum sprechen kann, ist zumindest eine "mediterrane Einfärbung" in der Haltung und der Tongebung der Komponisten zu bemerken.

Die Launeddas, ein uraltes sardisches Instrument, sowie die fast ausschließlich in der "alten Musik" ansässige Laute wurden den geheimnisvollen, ebenso modernen wie jeglicher Zeit entrückten Klängen etwa von Salvatore Sciarrino und Giacinto Scelsi gegenübergestellt. Spannende Momente ergaben sich, als das uralte Instrument dem modernen Klangkörper des European Music Projects (EMP) begegnete.

Eingebettet war dieses Experiment um Mythen und Klänge in Werke großer Altmeister wie Luciano Berio ("Folk Songs") und Luigi Dallapiccola, der die Welt mit einer neuen, "mediterranen Zwölftonigkeit" überraschte. Auch die Collage-Techniken Aldo Clementis, wunderbar zu erleben in seiner sich auf alte Lautenmusik beziehenden „Fantasia“, waren zu hören.