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Neue Musik
04. Oktober 2002 - 12. Oktober 2002
SakralProfan

Flyer Sakral Profan 2002

Klänge im geistlichen und weltlichen Raum - die architektonische Gegenüberstellung von Ulmer Münster und Stadthaus war diesmal der Anlass für das Programm neuer Musik.

Im Ulmer Münster sowie im Stadthaus war Bernd Frankes eigens für diese Räume eingerichtete Komposition "half-way house SOLO XFACH (für Joseph Beuys)" zu hören. Die Ausrichtung auf den speziellen Raum erlebte das Publikum ebenso in den Konzertinstallationen des Amerikaners Jay Schwartz wie in einem meditativen Stück für 34 Gongs von Alexandre Knaifel.

Kein Zufall war der große Anteil von Werken osteuropäischer Komponisten. Im Gegensatz zu ihren Kollegen im Westen, wo offen geäußerte Spiritualität verpönt war, gelangten sie nach anfänglicher Beschäftigung mit den vom Westen vorgegebenen Techniken der Avantgarde und im Konflikt mit den Dogmen des sozialistischen Realismus zu einer "neuen Musik", die unmittelbar verständlich sein sollte. Vielfach bekannten sie sich zu intensiver Religiosität und Spiritualität, auch als Ausdruck politischen Protestes.

Zentrale Werke im Festival SakralProfan waren Stücke von zwei als Eckpfeiler der musikalischen Avantgarde des 20. Jahhunderts zu bezeichnenden Künstlern: Olivier Messiaens Jahrhundertwerk "Quatuor pour la fin du temps", in Auschwitz geschrieben und uraufgeführt, und Anton Weberns "Fünf Geistliche Lieder".