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Neue Musik
08. November 1997 - 09. November 1997
Zeitlos. Franz Schubert

Zwei Konzerte als Bekundung der „Aktualität des irritierenden Schubert“ (Dieter Schnebel)

Das erste Konzert konzentrierte sich auf Bearbeitungen Schubertscher Werke. Eine Ausnahme bildete die „Quattro Fantasie“ von Hans-Werner Henze, in ihrer Besetzung zwar identisch mit Schuberts berühmtem „Oktett“, mit ihrem Hintergrund von Hölderlins Hymne „In lieblicher Bläue“ ohne jegliche Berührungsängste jedoch einen eher allgemeinen romanischen Gestus aufgreifend.

Das zweite Konzert begann mit einer Komposition von Morton Feldman, für den die gemeinhin als „Schuberts himmlische Längen“ bezeichneten ungewöhnlichen Zeit-Dehnungen als entscheidender Ansatz gelten. Zu „The Viola in My Life“ sagt er außerdem, hier schwinge seine „Trauer über den zu frühen Tod Schuberts“ mit.
Auch Dieter Schnebel spricht von den „unbeschreiblichen Ruhemomenten“. Ganz anders dagegen ist der Zugang von Wolfgang Rihm. Er möchte in seiner Komposition „Erscheinung“ tatsächlich den Geist Schuberts heraufbeschwören. Auch der Amerikaner John Harbison will Schubert „wiedererwecken". Der Titel seines Stückes „November 19,1828“ ist Schuberts Todestag.