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22. Mai 2021 - 05. September 2021
Ann-Christine Woehrl: Die "Hexen" von Ghana
Stadthaus

Eine Frau mit gelbem Rock und violettem Tuch vor schwarzem Hintergrund: Habiba Abukari aus Pong Tamale. Das Porträt entstand im Camp von Gambaga. Foto: Ann-Christine Woehrl
Habiba Abukari aus Pong Tamale. Das Porträt entstand im Camp von Gambaga.
© Ann-Christine Woehrl
Zur Erklärung von Unglück - etwa des Todes eines Angehörigen oder einer Trennung - oder von Dürren, Viehsterben und ähnlichen Katastrophen werden noch heute Tausende von Frauen in Westafrika, wie auch an anderen Orten der Welt, der Hexerei bezichtigt. Meist kommt das einem Todesurteil gleich.

In Ghana gelingt es manchen, in einem der "Hexencamps" Zuflucht zu finden. Sie haben aber kaum noch die Möglichkeit, in ein normales Leben zurückzukehren.

Konservative und Sozialdemokraten in Ghana benutzten die "Hexencamps" auch im Dezember 2020 wieder als Wahlkampfthema: Die einen kündigen an, sie würden den Hexenglauben verbieten und die Camps schließen (ohne zu sagen, wie sich ein "Glaube" per Gesetz stoppen lässt), die anderen wollen die Camps renovieren, um wenigstens die Versorgung mit Wasser, Nahrung, Strom und einem Dach über dem Kopf zu sichern. Die Vereinten Nationen versuchen derweil, die moderne Hexenverfolgung weltweit einzudämmen.
 

Die hochgradig eindringlichen Fotoporträts, die einige der betroffenen Frauen aus der Anonymität holen, entstanden aus einer Reportage von Ann-Christine Woehrl und Laura Salm-Reifferscheidt.

Projektteam: Andrea Kreuzpointner, Karla Nieraad, Leonie Schmucker