fotografie / photography
25. Juni 2021 - 05. September 2021
Ann-Christine Woehrl: Die "Hexen" von Ghana
Führungen mit der Künstlerin Ann-Christine Woehrl am 7. August, 16.30 + 18.00 Uhr. Buchvorstellung am 10.08., 19.30 Uhr. (3G - geimpft, genesen oder getestet)

Eindrückliches Foto einer Frau mit Kopf und Oberkörper bedeckendem violettem Umhang, unter dem eine graue Kopfbedeckung schaut, und gelbem Rock mit grün-braunem Muster vor schwarzem Hintergrund. Foto: Ann-Christine Woehrl
Habiba Abukari aus Pong Tamale. Das Porträt entstand im Camp von Gambaga.
© Ann-Christine Woehrl, "Witches in Exile"
Zur Erklärung von Unglück - etwa des Todes eines Angehörigen oder einer Trennung - oder von Krankheiten, Epidemien, Dürren, Viehsterben und anderen Katastrophen werden noch heute Tausende von Frauen in Westafrika der Hexerei bezichtigt. Oft kommt das einem Todesurteil gleich.

In Ghana gelingt es einigen der verfolgten Frauen, in einem der „Hexencamps” Zuflucht zu finden. Sie haben aber kaum noch die Möglichkeit, in ein normales Leben zurückzukehren.

Doch nicht nur in Ghana sind Gewalttaten an vermeintlichen Hexen ein Problem, sondern einer Einschätzung der Vereinten Nationen nach in mindestens 36 weiteren Ländern. Die meisten Opfer sind ältere Frauen, aber auch Männer und Kinder werden der Hexerei beschuldigt. Ihnen droht Folter, oft endet sie tödlich.

Die eindringliche Portraitserie wurde von Ann-Christine Woehrl in 2009 und 2013 im Norden Ghanas in Gambaga und Gushiegu realisiert.

Für eine Reportage begleitete die Autorin Laura Salm-Reifferscheidt die Fotografin 2013 nach Gushiegu. Diese haben sie zu einer Multimedia-Dokumentation zusammengefasst, die im Rahmen der Ausstellung zu sehen ist.

Ann-Christine Woehrl (*1975) reist seit Abschluss ihres Fotografiestudiums in Paris an entlegene Orte, um das Leben von Frauen festzuhalten, die als Außenseiterinnen am Rande der Gesellschaft stehen. Ihre Serie "Witches in Exile" war bei Pinter & Milch, Galerie für Fotografie in Berlin, beim International Festival of Photography Belo Horizonte in Brasilien und beim Angkor Photo Festival in Kambodscha zu sehen.

Laura Salm-Reifferscheidt (*1976) findet ihre Themen in Afrika und Südasien. Die Kulturwissenschaftlerin arbeitet als freie Print- und Radio-Journalistin und Autorin in Berlin.

Gemeinsam brachten sie die Bände "Voodoo-Leben mit Göttern und Heilern in Benin" (2011) und "Un/Sichtbar" (2014) heraus.

Als die Fotografin Ann-Christine Woehrl und die Journalistin Laura Salm-Reifferscheidt 2013 für die Reportage in der "Brigitte" das sogenannte Hexencamp von Gushiegu besuchten, brachten sie Bild- und Tonmaterial mit, das ergänzend zu der Ausstellung "Die 'Hexen' von Ghana" im Stadthaus Ulm (Sommer 2021) in dieser dokumentierenden Montage veröffentlicht wird: Witches in Exile. Die "Hexen" von Ghana
Sprecherinnen: Ann-Christine Woehrl und Laura Salm-Reifferscheidt
Mit Dank an Azara Alassan, Pat Appleton und Patricia Rommel

Anlässlich der Ausstellung im Stadthaus Ulm sprach Ann-Christine Woehrl über ihr Projekt.

Beide Filme sind auf dem YouTube-Kanal des Stadthauses zu finden.

Flyer zur Ausstellung

Projektteam: Andrea Kreuzpointner, Karla Nieraad, Leonie Schmucker

Begleitprogramm

An den Führungen kann nur teilnehmen,
wer geimpft, genesen oder getestet ist.

Ausstellungsführungen mit der Künstlerin Ann-Christine Woehrl
Samstag, 7. August, 16.30 + 18.00 Uhr
Anmeldung erforderlich, Teilnehmerzahl begrenzt

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"Brennen sollst Du, Maleficantin!"
Historische Schauplätze der Hexenverfolgung in Ulm
Stadtführung der besonderen Art mit Hannelore Schüngel
inklusive Ausstellungsführung durch Die "Hexen" von Ghana
Donnerstag, 08. Juli, 17.00 Uhr
Samstag, 24. Juli, 15.00 Uhr - ausgebucht!

Donnerstag, 26. August, 17.00 Uhr - Zusatztermin
Samstag, 4. September, 15.00 Uhr - Zusatztermin

Anmeldung erforderlich, Teilnehmerzahl begrenzt
Terminbuchung
oder 0731 161 7700
Maskenpflicht, Kontaktdaten
Stadt- und Ausstellungsführung € 10, Kinder € 5

 

Buchpräsentation "Witches in Exile" im Stadthaus

Am Dienstag, 10. August 2021, 19:30 Uhr, dem Internationalen Tag gegen Hexenwahn, wird das Buch im Stadthaus erstmals öffentlich vorgestellt.

Die derzeit im Stadthaus laufende Ausstellung über die sogenannten "Hexen" von Ghana zeigt Portraits von Frauen, denen böse Kräfte zugeschrieben werden, um sie für schicksalhafte Ereignisse oder das Unglück anderer verantwortlich zu machen. In speziellen Dörfern im Norden Ghanas können Frauen Zuflucht finden, die die Bestrafung überleben. Aus Anlass der Ulmer Ausstellung der sehr eindringlichen Portraits dieser Frauen von Ann-Christine Woehrl erscheint im Kehrer Verlag die Monografie "Witches In Exile".

Dazu spricht der Ethnologe Felix Riedel, der über moderne Hexenjagden forscht und zusammen mit dem Agraringenieur Simon Ngota das ghanaische Hilfsprojekt Witch-hunt Victims Empowerment Project gegründet hat.

Die Fotografin Ann-Christine Woehrl, die Herausgeberin des Buches, Anja Pinter-Rawe, und Felix Riedel stehen nach einem Podiumsgespräch für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Das Buch kann zur Veranstaltung und von da an auch in der Ausstellung erworben werden. Außerdem gibt es an dem Abend die Möglichkeit, eine Sonderedition mit signiertem Buch und limitiertem Print zu erwerben.


Der Eintritt ist frei. Spenden für das Witch-hunt Victims Empowerment Project sind möglich.


Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich

3G: Besucherinnen und Besucher müssen geimpft, genesen oder getestet sein.

Kontaktdaten werden ausschließlich für eine mögliche Kontaktpersonen-Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt erfasst, dafür steht im Eingangsbereich die Registrierung via Luca- oder Corona-Warn-App zur Verfügung. Auch eine Registrierung auf Papier ist möglich. Im gesamten Stadthaus gilt Maskenpflicht.