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zeitgeschichte
Ulmer / Neu-Ulmer Arbeitskreis 27. Januar (Koop.), in Koopreation mit dem Theater Ulm
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Briefe zwischen Emigration und Ulm. Die Geschichte der Familie Mann

Zur Erinnerung an die Vertreibung und Ermordung der Ulmer Juden
Mit Nicola Mann, Ingo Bergmann, Nicola Wenge u.a.

Begrüßung: Oberbürgermeister Gunter Czisch
Eintritt frei

Fanny (geb. Kohn) und Siegfried Mann mit Tochter Hanne (vlnr)
Fanny (geb. Kohn) und Siegfried Mann mit Tochter Hanne (vlnr)
Quelle: Archiv DZOK A 2574
Quelle: Archiv DZOK A 2574

Die Geschichte der Familie Mann steht exemplarisch für das Schicksal vieler jüdischer Ulmer Familien. Siegfried Mann war ein angesehener Rechtsanwalt und seit 1925 liberaler Ulmer Gemeinderat. Trotz Verlusts seiner Zulassung und seines Sitzes im Gemeinderat 1933 direkt nach Machterlangung der Nationalsozialisten blieben er und seine Frau Fanny in ihrer Heimatstadt Ulm.

Ihr Sohn Ernst war Referendar am Ulmer Amtsgericht. Er wurde 1933 entlassen und emigrierte 1934 nach Großbritannien. Die Tochter Hanne folgte ihrem Verlobten Rene Szöke 1938 in die USA.

Anknüpfend an die Vorstellung des Buchs "1938. Das Novemberpogrom in Ulm" im vergangenen November schaut der Abend auf Vertreibung und Ermordung der Ulmer Juden nach dem Pogrom.

 

Die Familiengeschichte der Manns ist in einem dichten Bestand von Briefen überliefert. Sie zeigen eindrücklich die Sorgen und Ängste der Familie und das letztlich erfolgreiche Bemühen der Kinder, die Eltern aus Deutschland zu retten. Gleichzeitig geben die Briefe Einblick in das Schicksal weiterer Ulmer Juden, die in freundschaftlicher Verbindung mit den Manns standen.

Gast des Abends ist Nicola Mann, Nachfahrin der Familie, die heute in Birmingham lebt. In einem Podiumsgespräch wird sie über die Bedeutung der Familienerinnerungen und ihre ganz persönliche Spurensuche in Ulm berichten.