nature and environment
02. Juni 2021
Stadthaus Terrassen
Terrassen Ebenen 2 + 3
Bienen- und Pflanzkästen auf den Stadthaus-Terrassen

Eine Biene sitzt auf der Blüte eine hellblauen Lobelie
Foto: SP/Stadthaus Ulm
Seit 2014 beherbergt das Stadthaus auf dieser Kabinett-Terrasse Bienenvölker. Die Biene ist eminent wichtig für unser Ökosystem. Mit unserem Urban Beekeeping wollen wir der Biene unsere Aufmerksamkeit schenken. In diesem Jahr 2022 werden die beiden Bienenvölker voraussichtlich erst Mitte Mai auf die Terrassen zurückkehren.
Doch unsere Pflanzkästen, 2021 neu konzipiert und auch in diesem Frühling mit Neuigkeiten bestückt, bieten bereits ab Ende März spannende Einblicke in die heimische Pflanzenwelt. Um die Bepflanzung kümmert sich nun die BUND Hochschulgruppe Ulm in Zusammenarbeit mit dem Naturkundlichen Bildungszentrum Ulm und dem Botanischen Garten der Universität Ulm.

Unsere Bepflanzung bietet unseren Bienen erste Futterquellen. Darüber hinaus informieren sie über heimische Pflanzen, Gartenflüchtlinge und Neophyten oder  z.B. Pflanzen, die in der Medizin Verwendung finden.

In Städten finden Bienen zunehmend bessere Bedingungen als auf dem von Monokulturen und Pestiziden geprägten Land. Spätestens mit der Ernte verschwinden auf den Äckern die Futter pflanzen für die Insekten, sofern sie als solche überhaupt geeignet waren. Maisfelder, zum Beispiel, bringen Bienen gar nichts. In der Stadt finden sie mit ihrem Arbeitsradius von rund sechs Kilometern vom Frühjahr bis weit in den Herbst hinein Zierpflanzen und Blumen an öffentlichen Plätzen, in Parks oder auch privaten Gärten und auf Balkonen, die ihnen ausreichend Nektar bieten.

Auf der Stadthaus-Terrasse stehen zwei Bienenkästen hinter bepflanzten Kübeln.
Foto: SP/Stadthaus Ulm

Einige Pflanzen sind für heimische Tiere, z.B. Insekten, besonders interessant. Sie dienen ihnen vor allem als Futterquelle. Zwei Beete sind mit Saatgut-Mischungen bestückt, die auch von unseren „urban beekeeping“- Bienen besucht werden. Hierbei sieht man, dass „insektenfreundliche Pflanzen“ nicht gleichbedeutend mit „heimische Pflanzen“ sein muss.

Auf solche blicken wir in anderen Pflanzkästen. Eine Einstiegshilfe für das Bestimmen heimischer Pflanzen bieten die Themen-Beete „Heimische Pllanzen“ mit einer Auswahl heimischer Wildpflanzen an. Diesen gegenüber sind in einem weiteren Beet einige so genannte verwilderte Gartenpflanzen gestellt - und Neophyten.

Pflanzenkübel auf der Stadthaus-Terrasse.
Foto: SP/Stadthaus Ulm

Diese gezüchteten oder aus anderen Ländern eingeführten, also nicht heimischen Pflanzen gelangen in unsere Wildnis und breiten sich dort aus. Manche überwuchern und verdrängen sogar die heimische Flora sogar massiv. Die Ausstellung Kudzu (geplant ab Ende Juni 2022) wird sich diesem Thema widmen!

In den Themen-Beeten „Frauen“ und „Vergängliche Kunst“ werden exemplarisch Pflanzen gezeigt, die im Bereich der Medizin bzw. der Ästhetik einen unmittelbaren Wert für den Menschen haben.

Ein Vermittlungsprogramm zum Terrassen-Projekt wird im Rahmen der Corona-Sonderförderung des Landes Baden-Württemberg zur Wiederaufnahme der Vermittlungs- und Bildungsarbeit in den nichtstaatlichen Museen gefördert.