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außer der reihe
07. März 2020 - 26. April 2020
Thomas Kahl, der unbekannte Forscher
Geschlossen vsl. bis Mitte April

Thomas Kahl, Brot
Thomas Kahl, Brot
Als „Brotmaler“ wurde er bekannt. Doch der 2017 allzu früh verstorbene Thomas Kahl war mehr. Geboren 1963 im sächsischen Zittau kam Kahl 1980 nach Ulm. Hier gründete er zusammen mit Peter Knabl und Patrick Pilsl die Künstlergruppe „Die fantastischen Vier“, die sich 1992 nach ihrem damals neuen Domizil, der alten Kraftfahrzeughalle „links vom ROXY“ in „Künstlergruppe Kradhalle“ umbenannte. "Links vom Roxy" wollte die Gruppe durchaus auch politisch verstanden haben. In der Kradhalle fanden Kahl und seine Künstlerkollegen, zu denen nun auch Andrew Greif stieß, den nötigen Freiraum für ihre Aktivitäten. Mit Ausstellungen in Köln, Zürich, Mailand oder Rom feierten die Vier internationale Erfolge.

Ein blaues Brot von Thomas Kahl in Mariposa, Teneriffa. Foto: Raimund Kast
Thomas Kahl: PAN, Kulturpark Mariposa, Teneriffa (1994/95)
© Raimund Kast

Thomas Kahl schuf ebenso unernste wie aufsässige Foren ironischen Umgangs mit dem herrschenden Kunstbetrieb. Er hielt, wie es der frühere Stadthausleiter Elmar Zorn einmal ausdrückte, „den Stachel der Nichtangepasstheit über die Jahre gezückt“.

Der Autodidakt Kahl war weit mehr als nur ein kreativer Querkopf: Er war ein Künstler, der viel las und recherchierte; doch eine Erklärung zu seinen Bilder lieferte er fast nie. Und er war ständig auf der Suche nach Dingen, aus denen Gemälde, Collagen, Papierarbeiten oder Dioramen entstehen konnten.

Thomas Kahl war auch Musiker und Veranstalter. Er organisierte Pop-, Indie- und Hiphop-Konzerte in der Kradhalle, schuf kreative Freiräume für andere. Während die anderen Kradhallen-Künstler im Laufe der Jahre nach Berlin abwanderten, blieb Kahl Ulm bis zuletzt treu.

"Die große Kumpanei" Brotmaschinen-Installation von Thomas Kahl
Thomas Kahl: Die große Kumpanei
© Martina Strillic/Galerie Tobias Schrade

In Zusammenarbeit mit der Galerie Tobias Schrade zeigt das Stadthaus eine Thomas-Kahl-Werkschau mit Malerei, Objekten und Installationen aus verschiedenen Schaffensperioden. Zu sehen sind zum Beispiel großformatige, zu Pop-Art-Ikonen gewordene, comichaft vereinfachte Brote, die mit einem tiefgründigen Subtext und mannigfachen Verweisen auf die Kunstgeschichte oder politischen Anspielungen versehen sind. Kahls Brotmaschinen-Installation „Die Große Kumpanei“ ist im Stadthaus auf der dritten Ebene raumfüllend zu sehen.

Im Wissen um seinen baldigen Tod fertigte Kahl zuletzt Totentanz-Collagen und kleine Dioramen aus Plastikfiguren. Auch sie sind in der Ausstellung vertreten.

Szenerie mit Tod in einer Gaststube
Thomas Kahl: Totentanz
© Martina Strilic

Die Galerie Tobias Schrade bringt zur Ausstellung einen Katalog heraus (38 €):


Thomas Kahl - Der unbekannte Forscher

Katalog bestellen

Projektleiter: Dr. Raimund Kast

Eröffnung: Freitag, 6. März, 19 Uhr

mit Patrick Pilsl und seinem Trio MF DEAN
Patrick Pilsl, voc. – Gerhard Kutter, git. – Julia Göltenboth, cello

Führungen mit Projektleiter Dr. Raimund Kast
Sonntag, 15. März 2020, 15 Uhr - abgesagt!
Donnerstag, 9. April 2020, 18 Uhr - abgesagt

 

 

Logo des Museums Ulm
© Museum Ulm

Die Künstlergruppe Kradhalle im Museum Ulm

The Museum Ulm is presenting an accompanying exhibition in its small exhibition rooms with works by Kradhalle artists Andrew Greif, Thomas Kahl, Peter Knabl and Patrick Pilsl from the Museum Ulm collection.

This exhibitions is closed until April 19, too.